Das Netz des Terrorstaates

[sirko] In den vergangenen Monaten hatte der IS-Terrorstaat in Syrien und im Irak schwere Rückschläge hinnehmen müssen. Ein großer Teil der Hochburg des «Kalifats» im irakischen Mossul ist gefallen, syrische Regierungstruppen und Kurdenmilizen bewegen sich auf ar-Raqqa in Nordsyrien zu, die Türken nahmen Al-Bab ein, Assads Syrisch-Arabische Armee eroberte Palmyra zurück.

Doch wer damit die Terrormiliz als geschlagen ansieht, unterliegt einem Irrtum, der unter Umständen tödlich sein kann. Eine Terrororganisation mit dem zeitweiligen Erfolg des IS verschwindet nicht einfach so. Bereits jetzt gibt es Ableger der Terrortruppe in Libyen, Ägypten, Afghanistan, Jemen, Nigeria und anderen Ländern. Kleine Zellen leben unter uns, wie die jüngsten Anschläge in europäischen Städten unter Beweis stellten.

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Perfekt abgerichtet

[sirko] Wer jetzt eine Abhandlung über das Training deutscher Schäferhunde erwartet, bleibt leider enttäuscht. Es geht um Terrorismus und den Umgang damit. Es ist erst zwei Tage her, als ein Islamist in London vier Menschen tötete und etwa 40 teils schwer verletzte. Wie üblich spricht man in der medialen Öffentlichkeit von einem erschütternden Ereignis, das die Solidarität aller Europäer erfordert. Eiffelturm und Brandenburger Tor strahlen in den Farben des Union Jack. Doch all das ist eigentlich sinnfrei. Die Gedanken der Londoner kreisen um andere Probleme.

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Unter dem Eindruck von Fatima

[bw] Gerade zurückgekehrt vom Marienerscheinungsort Fatima in Portugal, bekomme ich die neuesten „Vorfälle“ in Resteuropa mit. Ein Terroranschlag in Paris-Orly, einer in London-Westminster und ein vereitelter Anschlag in Antwerpen. Das ist eine relativ satte Zahl innerhalb so weniger Tage.

Da wir ja uns daran gewöhnen sollen, wie die herrschende Kaste nicht müde wird, zu wiederholen, zuletzt der – muslimische – Bürgermeister von London, der wohl seinen Regierungsbezirk vielleicht mit Islamabad verwechselt hatte – jo, ich werde die Bilder von auf den Straßen sterbenden Frauen nicht vergessen, die Passanten, die Hilfe leisten wollten, vermutlich auch nicht. Die Familie des Polizisten, der vor Westminster erstochen wurde, wohl auch nicht. Aber ist ja nicht mein Problem,  ich habe diese Knalltüte ja nicht gewählt.

Während ich im Ausland weilte, hat die SPD geschwind ein lustiges neues APP-Spiel entwickelt, namens „Schulzzug“. Darin sitzt ein ziemlich doofes Männchen – was dann wieder auch passt – und fährt mit Vollgas Menschen um. Eigentlich passt das auch. Es erinnert ein bisschen an die Panzer, mit denen die IS Hinrichtungen durchführte, in dem sie halt andere Menschen drunter legte. Natürlich ist das alles nicht so gemeint und voll spaßig. Ich kann das schon verstehen. Ich verstehe zwar nicht wirklich, warum man nicht gleich ein EGO-Shooter-Spiel von seiten der SPD entworfen hat, aber vermutlich mochte man gerne die entfernte Reminiszenz an Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer.

Bislang habe ich versucht, humoristisch zu bleiben. Jetzt kommt der wahrhaftige Teil.

Ich besitze SPD-Parteibücher aus meiner Familie, die bis in die Gründungszeit dieser Partei zurückreichen. Bis vor kurzer Zeit habe ich zumindest, im ehrenden Angedenken an meine Ahnen, ein kleines bisschen Respekt gegenüber dieser Partei bewahrt.

Mit diesem letzten unterirdischen Krampf, so lustig ihr das selbst finden mögt, habt ihr euch definitiv ins politische Aus geschossen. Mit jedem Trump, jeder Petry, die ihr so fröhlich wie selbstbesoffen überrollt mit eurer billigen App von Entwicklern, die selbstverständlich anonym bleiben wollen, weil sie großartige Antifaschisten sind, meinen Respekt übrigens, klatscht ihr einen althergebrachten Wähler an die Wand. Aber das braucht euch nicht kümmern. Ihr habt ja diese ganzen Babyface-Charismatiker, die heulend die Hände erheben, weil Daddy Martin 100 Prozent kriegt bei euren scheindemokratischen Veranstaltungen, ja, Nobelpreis jetzt! Voll Rohr! Bis zum Kinn!

Ihr habt die Arbeiter verraten. Und noch dazu lauft ihr Gefahr, vor lauter fun fun fun in funschostoides Fahrwasser zu geraten.

Ich schäme mich für diese SPD. Oder ich würde es tun, wenn ich noch etwas mit ihr zu tun hätte.

IS-Emirat London

[sirko] »Der Täter war ein Brite«, titelte eben eines der grandiosen deutschen Medien zum gestrigen Anschlag mit vier Toten und rund 40 Verletzten in London. Gleich darunter: »IS bekennt sich zu Anschlag.« Nun gehe ich davon aus, dass der britische IS-Täter nicht etwa Thomas Barnaby oder Gavin Troy hieß, bevor er in sein Paradies mit den vielen Jungfrauen abberufen wurde. Die Schlagzeile müsste, wenn man sagen würde, was man meint, lauten: »Seht ihr, es war kein Flüchtling.«

Aber ehrlich gesagt, es ist müßig täglich darüber nachzudenken, wie viele «Soldaten des Kalifats» über die offenen Grenzen der grenzenlos Offenen kamen und wie viele bereits vorher hier waren. Stattdessen sollte man ein wenig Energie auf die Frage verwenden, wie viele «Kalifatssoldaten» insgesamt auf europäischen Boden herumlungern und ob ihnen mit herkömmlichen Mitteln überhaupt noch beizukommen ist.

Langsam scheint man sich wirklich daran gewöhnen zu müssen, mit Terroranschlägen zu leben. Gestern ein vollendeter Terrorakt in London, heute ein vereitelter Anschlag in Antwerpen. Beinahe könnte man an die Prophezeiung eines türkischen «Würdenträgers» glauben, der unlängst Religionskriege in Europa versprach. Aber vielleicht hat er auch nur nachgeplappert, was in den offenen Staaten mit ihren offenen Grenzen und ihren grenzenlos Einfältigen schon seit einiger Zeit tobt.

Den Toten Frieden, den Verletzten Genesung, den Hinterbliebenen Trost.


Zur Identität des Attentäters gemäß der Angaben von Scotland Yard: Khalid Masood, 52 Jahre, polizeibekannt, verwendete mehrere Decknamen.

Explosionen bei Charkov

[sirko] In der Nacht zum 23. März 2017, zwischen 02:00 Uhr und 03:00 Uhr, kam es im größten Munitionsdepot der ukrainischen Armee in Balakleya bei von Charkov zu einer Reihe von Explosionen. Gelagert wurden in diesem Depot vor allem Artilleriegranaten vom Kaliber 122 und 152 Millimeter. In mehreren Dörfern in der Umgebung des Depots wurden um die 15.000 Einwohner evakuiert. Mehr als 500 Einsatzkräfte sind vor Ort. Über Tote und Verletzte gibt es keine Angaben.

balakleya

Mögliche Ursachen sind Fahrlässigkeit (in der Ukraine kam es bereits zu mehreren Explosionen von Munitionsbeständen durch unsachgemäße Lagerung) oder die Tätigkeit einer Kommandoeinheit.

Sirkos Einwürfe #3

Immer mal wieder beharren die USA auf die Erhöhung der Wehretats der europäischen Nato-Partner, darunter insbesondere die Bundesrepublik Deutschland. Kürzlich hieß es sogar, Deutschland habe für die Verteidigung durch die USA eine Menge Schulden. Für die interessierten Bürgerinnen und Bürger dürfte es aber bei der Meinungsbildung eng werden, da hinsichtlich der mutmaßlichen Vorgabe des Verteidigungsbündnisses (zwei Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigung) seitens der Politiker grundverschiedene Aussagen geliefert werden.

So sagte Sigmar Gabriel, seines Zeichens Außenminister, auf dem letzten SPD-Parteitag: »Diese Verpflichtung gibt es überhaupt nicht.«

Die Verteidigungsministerin will auch andere Kosten mit geltend machen, bpsw. für Militäreinsätze im Rahmen der Europäischen Union oder humanitäres Engagement und Aufbauhilfen. Ihre Kernaussage: »Wir schulden den USA überhaupt nichts.«

Nur die Bundeskanzlerin sicherte dem US-Präsidenten Trump während ihres Besuchs in Washington die Erhöhung des Verteidigungsetats auf die gewünschte Höhe zu.

Was denn nun?

Schulz schlägt Honecker

[sirko] Dem Herrn Schulz von der SPD ist gelungen, wovon der Herr Honecker von der SED wohl allzeit träumte:

Einhundert Prozent!

Von 605 gültigen Stimmen konnte bei der Wahl des SPD-Bundesvorsitzenden Herr Schulz 605 für sich verbuchen. Nun, es bleiben die ungültigen Stimmen. Vielleicht wollte mancher Delegierte damit seine Ablehnung des «SPD-Heilands» kundtun, ohne den Mut zum Bekenntnis aufzubringen, vielleicht wusste mancher bloß nicht, wie man richtig wählt. Aber wie auch immer:

Mehr Einheitspartei geht nicht!